Sportverbände drängen auf raschere Lockerungen

Aus der Sonntagszeitung vom 19. April 2020

Tennisspieler, Golfer und andere Sportler fühlen sich vom Bund übergangen

«Du darfst dir zwar die olympischen Ringe auf die Brust tätowieren lassen, doch Golf- oder Tennisspielen ist verboten»: Diese Aussage von Swiss-Golf-Präsident Reto Bieler spiegelt das Unverständnis, das am Donnerstag viele Hobbysportler und Sportverbände erfasst hat. Viele hatten gehofft, dass mit angepassten Schutzmassnahmen ab dem 27. April die Sportanlagen teilweise wieder in Betrieb genommen werden könnten. Am Donnerstag war der Sport aber in Bern kein Thema für die erste Welle der Lockerungen der wegen des Coronavirus verhängten Restriktionen.

Nun zeichnet sich ab, dass dies auch bei der zweiten Welle, die am 11. Mai wirksam wird, nicht geschehen könnte. Denn das Bundesamt für Sport, dessen Aufgabe die Förderung des Breitensports ist, wird dem Bundesrat erst am 13. Mai das Konzept vorlegen, das aufzeigt, in welchem Rahmen Sport wieder möglich sein soll. Swiss Tennis und Swiss Golf haben die Konzepte bereits vorgelegt, wie ihre Sportarten Corona-verträglich ausgeübt werden können - und zwar ohne Sonderbewilligungen. Sie bemühen sich nun darum, dass diese schneller bearbeitet und dem Bundesrat vorgelegt werden. Denn sonst droht sich die Freigabe ihrer Sportarten bis in den Juni hinein zu verzögern. Die zwei Verbände suchen nun den Schulterschluss mit anderen Federationen und Sportlern mit einer ähnlichen Ausgangslage, wie ein Teil der Leichtathleten, Schützen, Pferdesportler, Segler und Ballonfahrer, um sich rascher Gehör zu verschaffen. (rst)

 

 

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